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Freitag, 7. Januar 2011

Das Problem mit der Zeit 3 - Verabredungen

Im Gegensatz zu privaten Verabredungen in Deutschland, die strickt geplant und eingehalten werden müssen, gehen die Spanier eher relaxed damit um. Normalerweise werden nur ungefähre Verabredungen getroffen, so wie "ja, ruf mal an" oder "vielleicht Dienstag". Eigentlich einigt man sich meist nur auf einen Tag oder ein bestimmtes Wochenende, die Uhrzeit wird dann mit einem Anruf am selbigen Tag klar gemacht. Wenn man nicht anruft, dann kommt man auch nicht. Und wenn der Einladende es genau wissen will, dann muss er selber anrufen.

Ausgemachte Uhrzeiten sind auch eher selten. Man hat schon Glück, wenn man sich auf eine Tageszeit einigen kann, por la tarde (abends), por la mañana (morgens), a cenar (zum Abendessen), a comer (zum Mittagessen). Da verschiedene Familien ihren Tagesablauf auch unterschiedlich planen, muss man damit rechnen, dass, wenn man sich zum Essen verabredet hat, man selbiges wohl mehrfach wieder aufwärmen muss.

Und wenn man doch einmal das Glück gehabt hat sich auf eine konkrete Uhrzeit einigen zu können, dann muss man relativ oft enttäuscht feststellen, dass auch das wieder nur ein Näherungswert war. So kann es sein, dass man bis zu einer dreiviertel Stunde warten muss, bis nach und nach alle Parteien eingetroffen sind. Daher geht man meist schon los, bevor alle da sind. Die Zuspätkommenden müssen dann anrufen, und fragen wo der Rest ist.

Das alles ist für einen Deutschen fast nicht zu ertragen. Gut, dass es jetzt Handys gibt, früher musste das das reinste Chaos gewesen sein.

Dienstag, 31. August 2010

Der Spanier und sein Auto

Für den Spanier im Allgemeinen ist das Auto ein Fortbewegungsmittel, ein Gebrauchsgegen-stand, weniger ein Statussymbol, und so werden Autos auch (miss-)behandelt. Der Spanier rennt nicht wegen jedem kleinen Kratzer gleich zum Vertragshändler und lässt den Schaden reparieren, nein, erst wenn das Auto nicht mehr das tut, wofür es gemacht wurde, nämlich fahren, dann geht es zur Reparatur. Diese Lebensart bestimmt auch den Automarkt, fast kaum sind in Spanien vernünftige und halbwegs neue Gebrauchtwagen zu bekommen, denn das Auto wird hier gefahren, bis nichts mehr funktioniert! Erst dann wird in einen Neuwagen investiert. Den Wahn möglichst alle 2-3 Jahre ein neues Auto zu kaufen, wie er in Deutschland größtenteils vorherrscht, gibt es hier nicht.

Das Auto ist der Deutschen ihr liebstes Kind. Es wird gehegt und gepflegt. Jeder kleine Kratzer von anderen wird mit Gericht und Versicherung bestraft. Hier in Spanien sieht man das nicht so eng. Kratzer sind normal und kleine Beulen auch. Es wird darüber hinweg gesehen. Es bleibt einem auch gar nichts anderes übrig, denn bei so vielen Autos (in den kleinen, engen, meist mehrere Jahrhunderte alten Straßen) gibt es eben nicht viel Platz zum Parken oder Rangieren. Deutschland dagegen hatte das "Glück" nach dem 2. Weltkrieg die Stadtplanung an die neuen Gegebenheiten - den Siegeszug des Autos - anzupassen, in Spanien gab es diese Gelegenheit nicht.

Parkplätze sind kostbar und Tiefgaragen teuer. Gar nicht so selten, nach stundenlanger Parkplatzsuche und anschießendem Einkauf kommt man wieder zu seinem Auto zurück und findet es vollkommen zugeparkt vor (siehe Bild). Da bleibt meist nichts anderes übrig als zu hoffen, dass der andere Verkehrsteilnehmer nicht die Handbremse angezogen hat. Ansonsten hilft nur noch das hier oft zu sehende Ritual des Ausparkens: Bumm vorne, bumm hinten und dann raus. Böse Zungen behaupten, dass alle spanischen Autos zwar einen eingebauten "Park-Assistenten" besitzen, der hier allerdings anders klingt als in Deutschland, nämlich: *krach*. Man muss sich halt nur daran gewöhnen...

Mittwoch, 7. April 2010

... und los gehts


Hallo liebe Leser. Nun geht es also endlich los in diesem Blog. Viele Jahre hatte ich mir schon vorgenommen einmal was über mein Leben hier in Spanien, die etwas andere Kultur und die Gegensätze, die hier auf einander prallen, zu berichten. Nun endlich ist die Zeit gekommen.

Mittlerweile lebe ich nun schon fast 7 Jahre in Zaragoza/Spanien und habe so manches erlebt. Vieles lohnt sich zu berichten und zu analysieren. Gerade die unterschiedliche Betrachtungsweise macht vieles erst interessant: die Verwendung der Sprache, Ähnlichkeiten zu der deutschen Sprache, Unterschiede die verwundern und verdeckte gemeinsame Ursprünge.

Immer wenn mir etwas auffällt oder wieder einfällt, dann werde ich hier davon berichten. Bestimmt gibt es viel zu schmunzeln, aber auch zu diskutieren. Ihr seid dazu herzlich eingeladen!